Zeit ist nicht greifbar, abstrakt und schwer zu beschreiben. Zeit ist Geld, hört man vor allem regelmäßig in der westlichen Kultur. In der betriebswirtschaftlichen Welt ist Zeit als eine der wichtigsten Waren anzusehen und auch für mich persönlich ist es neben der Gesundheit eines der drei wichtigsten Güter.

Das geringste Verständnis bringe ich für Menschen auf, die mir damit begegnen, dass sie keine Zeit haben. Ich selbst kenne nur wenige, die den Unterschied zwischen keine Zeit haben und keine Zeit nehmen verstanden haben und auch selbst umsetzen.

Dossier von Arte:
Wer oder was treibt die Beschleunigung der modernen Zeit eigentlich an? Ist sie ein gesellschaftliches Phänomen oder liegt alles vielleicht doch nur an unserem mangelhaften Zeitmanagement? In seinem Dokumentarfilm begibt sich der Filmemacher und Autor Florian Opitz auf die Suche nach der verlorenen Zeit. Wo ist sie nur geblieben, die Zeit, die wir mühsam mit all den neuen Technologien und Effizienzmodellen eingespart haben?

Mein Lieblingszitat von Opitz:
Da ist ein sich selbst antreibendes System entstanden, dessen Treibstoff permanenter Wettbewerb und Profitgier ist. 
Und alle tun so als sei die Ständige Beschleunigung sowas wie ein Naturgesetz, zu dem es absolut keine Alternativ gibt.

Etwa in der Mitte der Doku zieht Soziologe Prof. Hartmut Rosa ein sehr drastisches Fazit:
Ich glaube, dass die Beschleunigungslogik der modernen Gesellschaft so tief verankert ist in der Kultur dieses Gesellschaftssystems, dass es nicht leicht zu sehen ist wie wir uns davon jemals verabschieden könnten und die Erbarmungslosigkeit dieses Spiels, die macht mir ein bisschen Angst und Sorge. (…)
Ich denke das ist so ähnlich wie mit einem Krebsgeschwür, der Krebs hört auch nicht auf zu wuchern, bevor er nicht seinen Wirt, seinen Träger sozusagen, erledigt hat.

Den Film gibt es noch bis zum 29. Januar in der Mediathek von arte zu sehen.

Abschließend noch zwei Dinge, die mir in diesem Kontext einfallen:

1. Soziale Netzwerke mit Epidemien verglichen: zeit.de
2. You go to school, and try really hard, so that you can get into a good college, and then you try really hard at college to get a good job, and then you try really hard at your job, so you can make money. And then your kids do the same thing. And everyone just keeps on doing this and no one even stops to think WHY they’re doing it any more. Everyone just does it because it’s what you’re supposed to do. And like, before, when the human race had just started, the goal was to just SURVIVE. People just lived. I mean, that’s what really matters, right? Survival. Because after you die, it doesn’t matter what college you went to.

Das Thema hat sicherlich auch Potenzial für einen neuen Podcast. Mal schauen wann ich Zeit dafür habe…

(via)